DAS KLÖPPELN (IL MERLETTO A TOMBOLO)
Klöppelnrinnen Gestern und Heute
Der Tourist, der mit einem natürlichen Entdeckerdrang ausgestattet durch die engen Gassen und Sträßchen Offidas streift, wird mit Sicherheit vor allem im Sommer, auf Frauen jeden alters treffen, die vor den Eingängen ihrer Häuser sitzen und gemeinsam klöppeln.
Bei näher Betrachtung wird man überrascht sein mit welcher Geschwindigkeit die Künstlerinnen mit Klöppeln, Fäden und Nadeln hantieren.
Spitzenmacherin aus Ofidas bei der Arbeit mit den "cann'itt" und "lu capzzal"
Das Prall mit Sägemehl gefüllte Klöppelkissen, im Volksmund" Lu Capezzal" genannt und die Zwirn oder Baumwollfäden sind unentbehrliche, Utensilien für die Herstellung von Taschentüchern, Tischaufsätzen, Vorhängen, Bettüchern, Tier u. Pflanzenbildern und in den letzten Jahren auch modischer Kleidung.
Die Kunst des Klöppelns ist eine typisch weibliche Tradition die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Anfangs wurde hauptsächlich in den einfachen Familien geklöppelt. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Kunst auch von den Klöstern übernommen und später auch von der Aristokratie. Vor allem die Benediktinerinnen trugen dazu bei das Klöppeln in Offida zu verbreiten.
Klöppelarbeiten, click auf's Foto zur Vergrößerung
Im 17. Jahrhundert hatte sich die Kunsthandwerkliche Spitzenproduktion beachtlich entwickelt. Geklöppelt wurde alles: von Altardecken bis zu Priesterumhängen, von edlen Halskrausen bis zu wertvollen Hemden.
Die Ecke, die von der Piazza Bergaluccii zur via Pierantozzi auch "delle merlettaie" gennant fϋhrt.
Bemerkenswert sind die Arbeiten von Maria Carlini Sieber (1762 – 1833), Witwe eines böhmischen Violinisten, die sich ganz der Verbreitung des Klöppelns widmete.
Einzigartig für das weibliche Kunsthandwerk in Mittelitalien war die Gründung der" Cooperativa Artigiane Merlettaie" (CO. AR.ME.) 1979, mit dem Ziel den Direktverkauf der nach alter Tradition von den Frauen Offidas hergestellten Klöppelspitzen zu fördern. Die hauptsächlich angewandten Klöppelstiche sind der Renaissance Stich (sieben paar Klöppel), der venezianische Stich (9- 10 paar Klöppel) und schließlich der preziöse" pizzo antico".
Viele Meisterwerke dieser feinen Kunst sind ganzjährig in den Sälen des Klöppelmuseums (Museo del Merletto a Tombolo) zu bewundern.
Brunnen zum gedenken der Klöppelrerinnen vom Bildhauer Aldo Sergiacomi, (1983), nahe der Stadtmauer.
1983 wurde in unmittelbarer Nähe des mittelalterlichen Torturmes von Offida das" Monumento alle Merlettaie" das Denkmal der Klöpplerinnen errichtet. Ein Werk des lokalen Bildhauers Aldo Sergiacomi das aus einer Gruppe Bronzefiguren besteht.
Ein Kind, eine erwachsene Frau und eine Greisin, (drei verschiedene Generationen darstellend) vereint beim Klöppeln.
